Wann und zu welchem Arzt bei Durchfall

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Wann und zu welchem Arzt bei Durchfall

Meist ist Durchfall nicht gefährlich, aber bei bestimmten Warnsignalen sollte man einen Arzt aufsuchen. Wann und zu welchem Arzt bei Durchfall.

Zu welchem Arzt bei Durchfall?

Liegen bestimmte Warnsignale vor, wie sie in den folgenden Absätzen beschrieben sind, sollte man bei Durchfall einen Arzt aufsuchen. Grundsätzlich bieten sich dabei folgende Möglichkeiten an:

  • Hausarzt / Allgemeinmediziner / Innere Medizin: Erste Anlaufstelle für die Patienten. Er überweist falls notwendig an einen Facharzt.
  • Fachärzte: Ist man privat versichert und kennt oder vermutet den Grund des Durchfalls, oder wird vom Hausarzt überwiesen, kommt insbesondere die Gastroenterelogie in Frage:
    • Gastroenterologen: Erkrankungen des Magen Darm Trakts und der verbundenen Organe. Insbesondere für chronische Durchfall-Erkrankungen.
    • Krankenhaus / Notaufnahme: Bei starken Warnzeichen und Schmerzen, bei Verdacht auf schwere Infektionen, wie z.B. EHEC, sollte der Betroffene sofort zum Hausarzt, oder ins Krankenhaus gebracht werden.
    • Heilpraktiker: Für ganzheitliche und alternative Behandlungsmethoden. Bei Durchfall in der Regel besonders hilfreich mit den folgenden Ansätzen: Phytotherapie (Kräuterheilkunde) und Homöopathie, Entgiftungen / Ausleitungen von Toxinen, Ernährungsberatung und Behandlung von Unverträglichkeiten.

Sind Durchfall und Bauchschmerzen gefährlich?

In den allermeisten Fällen liegen bei Bauchschmerzen und Durchfall (Diarrhoe) keine ernsten oder lebensbedrohlichen Gründe vor. Die Beschwerden klingen dann spätestens nach ein paar Tagen von selbst wieder ab und oft können Betroffene selbst mit Naturheilmedizin oder einfachen Hausmitteln zur Linderung ihrer Beschwerden beitragen. Unter manchen Bedingungen sollte jedoch dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dabei kann es entscheidend sein, welches Alter der erkrankte Mensch hat, ob Nebenerkrankungen vorliegen, Medikamente eingenommen werden, die Symptome schwerer werden oder länger als 3 Tage anhalten. Es ist äußerst hilfreich, wenn man als Betroffener oder als Angehöriger von Betroffenen weiß, welche Warnsignale zu beachten sind und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben.

Wann sofort zum Arzt bei Durchfall?

Es gibt Alarmzeichen, die ernst genommen werden sollten – teilweise auch unabhängig von den Symptomen Durchfall und Bauchschmerzen. Unter folgenden Bedingungen sollte unmittelbar ärztliche Hilfe aufgesucht werden:

  • wenn der Betroffene wegen einer Krebs-Erkrankung behandelt wird
  • bei plötzlichem Wechsel zu Verstopfung – vor allem in Kombination mit Erbrechen
  • Erbrechen von Blut oder Blut im Stuhl (vor allem kastanienbraun oder teerartig schwarz oder faulig-ölig riechend)
  • Eiter im Stuhl
  • gleichzeitige Schmerzen in Brust, Hals oder Schulter (ggf. mit Ausstrahlung in den Arm)
  • bei plötzlichem Auftreten von extrem starken, kaum auszuhaltenden Bauchschmerzen
  • bei Abwehrspannung der Bauchdecke
  • Verdacht auf eine Kolik (z.B. bei bekannten Nieren- oder Gallensteinen)
  • wenn die Betroffene schwanger ist oder schwanger sein könnte
  • nach einer kürzlichen Verletzung im Bereich des Bauches oder einem Sturz
  • wenn während oder nach einer Fernreise starker Durchfall auftritt
  • bei Atemnot
  • Verdacht auf HIV
  • Verdacht auf Cholera
  • Verdacht auf Infektion durch meldepflichtige Viren/Bakterien (Novoviren, Rotaviren, Salmonellen, Vibrionen)
  • Verdacht auf Schwermetallvergiftung

Wann grundsätzlich zum Arzt bei Durchfall?

Neben den Notfall-Warnsignalen gibt es noch weitere, weniger dramatische Anzeichen, die den Betroffenen zum Arzt führen sollten:

  • grundsätzlich bei Babys oder Neugeborenen, älteren Menschen oder Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung
  • bei Kindern wenn der Durchfall länger als 1-2 Tagen anhält
  • Bauchschmerzen, die sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden nicht bessern, oder die an Stärke und Häufigkeit zunehmen
  • Durchfall der länger als drei Tage anhält
  • Blähungen, die länger als zwei Tage anhalten
  • Brennen beim Wasserlassen und/oder besonders häufiges Wasserlassen
  • tagelang anhaltende Appetitlosigkeit
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Bauchschmerzen, die sich durch den Stuhlgang nicht bessern
  • Flüssigkeitsmangel der oral nicht ausgeglichen werden kann
  • Fieber über 39° Celsius
  • kürzlich zurückliegende Auslandsreise
  • Einnahme eines neuen Medikaments
  • Durchfall und zusätzlich Erbrechen
  • Durchfall der stark verfärbt ist, grünlich, gelblich oder rötlich.
  • Erbrechen bei Kindern, das länger als über 12 Stunden auftritt
  • ungewöhnlich lange oder heftige und schmerzhafte Durchfall-Attacken bei Menschen mit chronischen Durchfall-Erkrankungen
  • Menschen, die unter Sichelzell-Anämie leiden
  • immer wiederkehrende starke Beschwerden durch Durchfall und Bauchschmerzen im Rahmen der Menstruationsblutung (möglicherweise Hinweis für Erkrankungen wie z.B. Endometriose, oder sexuell übertragbaren Erkrankungen)
  • grundsätzliche starke Beunruhigung und der Wunsch, den Rat eines Arztes einzuholen